Die Wespenspinne (Argiope bruennichi):

Familie Araneidae (Radnetzspinnen)

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Im Netz von oben und von unten

Deutlich sichtbar das Zickzackband des Stabiliments





Links: Portrait eines Weibchens, rechts: Weibchen wandernd auf Suche nach neuem Netzstandort


Links das kleine Männchen, rechts subadultes Weibchen

Körperlänge beim Männchen 4-6, beim Weibchen 14-22 mm
Reife Tiere von Juli bis Oktober

Der Eikokon wird im September/Oktober in der niedrigen Vegetation versteckt.
Die Jungspinnen schlüpfen noch im Herbst aus den Eiern, verlassen den Kokon aber erst im nächsten Frühjahr.
Rechts ein unvollendeter Kokon mit Grundscheibe, dunkelbraunem Gespinstpfropf und orangefarbenem Eiballen.


Eine der größten und auffälligsten Spinnen Mitteleuropas ist die sich seit etwa 50 Jahren aus dem Mittelmeerraum auch zu uns ausbreitende Wespenspinne (Argiope bruennichi). In den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts nur an einigen wärmebegünstigten Stellen in Süddeutschland vorkommend, hat sie besonders in den letzten 5-10 Jahren ganz Deutschland bis nach Schleswig-Holstein ausgebreitet und sogar Teile Dänemarks erobert. Von der Arachnologischen Gesellschaft (http://www.arages.de) wurde sie zur "Spinne des Jahres" 2001 gewählt.

Auffällig in den Netzen der Wespenspinne ist eine meist vorhandene (ältere Tiere später im Jahr stellen sie oft nicht mehr her) zickzackförmige Struktur, die wegen der ursprünglichen Vermutung, sie würde der Stabilität des Netzes dienen, Stabiliment genannt wird. Diese Deutung ist wahrscheinlich falsch, schließlich benötigen die meisten anderen Spinnen, auch größere und schwerere, nicht eine solche Hilfskonstruktion. Bis heute gehen die Meinungen unter den Arachnologen über den wirklichen Zweck des Stabiliments auseinander. Es gibt die Theorie, die Zickzackstruktur, besonders, wenn noch von der Spinne bei Gefahr in Schwingungen versetzt, würde im Zusammenspiel mit der Körperstreifung die Umrisse des Tieres "optisch auflösen" und somit für Feinde und Beutetiere praktisch unsichtbar machen. Andere Forscher vermuten, das Stabiliment würde ultraviolettes Licht reflektieren und so UV-sichtige Insekten anlocken.
Das Netz wird stets in Bodennähe, zwischen Gras oder an niedrigen Sträuchern angelegt, ideal zum Fang der Hauptbeute der Wespenspinne: Heuschrecken und Grashüpfer.

Bei der Wespenspinne ist der häufig bei Spinnen vorkommende Größenunterschied zwischen Männchen und Weibchen besonders auffällig. Während das unscheinbare Männchen selten größer als 5 mm wird, bringt es das Weibchen, besonders im Mittelmeergebiet, oft auf über 2 cm Körperlänge.
Die für das Männchen oft tödlich verlaufende Paarung findet ab Ende Juli statt. Ende August/Anfang September spinnt das Weibchen einen markanten, ballonförmigen Kokon, in dem die Jungspinnen bis zum nächsten Frühjahr überwintern.

Noch wesentlich ausführlichere Infos über dieses interessante Tier gibt es auf Martin Lemkes Wespenspinnenseite: http://argiope.de.vu.



(C) 2002-2012, Jürgen Peters

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