Die Speispinne (Scytodes thoracica):

Familie Scytodidae (Speispinnen)

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Körperlänge 4-8 mm.
Reife Tiere ganzfährig (in Gebäuden).


Die Speispinne (Scytodes thoracica), die einzige mitteleuropäische Art ihrer Familie, ist an ihrem "Leoparden"-Muster und dem großen, rundlichen, nach hinten höher werdenden Vorderkörper mit Lyra-Muster relativ leicht zu erkennen. Sie stammt eigentlich aus dem Mittelmeergebiet und kommt hierzulande nur in Häusern vor, in Süddeutschland häufiger als im Norden.
Aufgrund ihrer verborgenen, nächtlichen Lebensweise - tagsüber hält sie sich in einem mit wenigen dünnen Spinnfäden umgebenen Unterschlupf hinter Schränken o.ä. auf - ist es immer ein großer Glücksfall, dieses interessante Tier zu finden.

Die Jagdmethode der Speispinne, auch Leimschleuderspinne genannt, ist einzigartig im Spinnenreich. Sie "schleicht" sich nachts mit langsamen Bewegungen an ihre Opfer (kleine Insekten, andere Spinnen) heran, wobei ihr die extrem empfindlichen Tasthaare an den Vorderbeinen helfen, die Beute aufzuspüren. Im Gegensatz zu anderen aktiv jagenden Spinnen, hat sie keine sehr guten Augen (und im Gegensatz zu den meisten anderen Spinnen, die über acht verfügen, auch nur sechs davon). Hat sie sich einem Opfer auf 1-2 cm angenähert, hält sie plötzlich inne und schleudert innerhalb 1/600 Sekunde einen giftigen und mit klebrigen Tropfen versehenen Spinnfaden zickzackförmig über die Beute und fixiert sie so am Untergrund, woraufhin sie sich gefahrlos nähern und dem Opfer einen Giftbiß versetzen kann.
Um zu dieser Verhaltensweise befähigt zu sein, besitzt die Speispinne neben den normalen Spinndrüsen in ihrem Hinterleib noch solche im Prosoma (was wegen des Platzbedarfs dessen aufgewölbte Form erklärt), die wie auch die Giftdrüsen in den Spitzen der Klauen (Cheliceren) münden. Somit kann die Spinne aus diesen wahlweise Gift, Spinnfäden oder giftgetränkte Spinnfäden absondern.

Surftipp: Auf http://faculty.vassar.edu/suter/1websites/spittingspider/ ist der Speivorgang in Zeitlupenaufnahmen zu sehen (Quicktime-Video).



(C) 2002-2012, Jürgen Peters

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